Wechselstromschutz · Vergleich
6 kA vs. 10 kA MCB: Die Nennschaltleistungen verstehen
Beim Vergleich von Miniatur-Leistungsschaltern beziehen sich die Angaben 6 kA und 10 kA auf die Kurzschluss-Ausschaltleistung.

Sie geben weder die Nennstromstärke noch die Polkonfiguration oder die Auslösecharakteristik des Leistungsschalters an.
Ein 6-kA-Leistungsschalter und ein 10-kA-Leistungsschalter können beide eine Nennstromstärke von 32 A aufweisen, dieselbe Polanordnung haben und dieselbe Auslösecharakteristik (B oder C) bieten. Der Unterschied liegt in der Höhe des zu erwartenden Kurzschlussstroms, für dessen Unterbrechung der Leistungsschalter gemäß der einschlägigen Norm und unter den festgelegten Bedingungen ausgelegt ist.
Der wichtigste Punkt ist ganz einfach:
10 kA ist unter gleichen Nennbedingungen eine höhere Schaltleistung als 6 kA, doch das bedeutet nicht, dass 10 kA automatisch die richtige Wahl für jede Anlage ist.
Die erforderliche Ausschaltleistung muss unter Berücksichtigung des zu erwartenden Kurzschlussstroms an der Stelle, an der der Leistungsschalter installiert werden soll, ermittelt werden. Technische Hinweise von Hager zu Leitungsschutzschaltern gemäß IEC/EN 60898-1 besagt, dass die Nenn-Kurzschlussstromfestigkeit Icn mindestens so groß sein sollte wie der zu erwartende Kurzschlussstrom am Einsatzort.
In diesem Leitfaden
- Kurzantwort: 6 kA vs. 10 kA MCB
- Was die Ausschaltleistung eines MCB bedeutet
- Prospektiver Kurzschlussstrom
- Icn, Ics und normativer Kontext
- Was ändert sich zwischen 6 kA und 10 kA?
- Aktuelle RITOKS-Optionen
- Überprüfungsprozess
- Häufige Fehler
- Häufig gestellte Fragen
Kurzantwort: 6 kA vs. 10 kA MCB
| Bewertung | Was dies bedeutet | Was Ihnen nicht gesagt wird |
|---|---|---|
| 6 kA | Eine veröffentlichte Kurzschluss-Ausschaltleistung von 6 kA unter den angegebenen Bedingungen | Nennstrom, Auslösekurve, Polzahl oder Eignung für den automatischen Einsatz |
| 10 kA | Eine höhere angegebene Kurzschluss-Ausschaltleistung von 10 kA unter gleichwertigen Bedingungen | Dass der Schutzschalter grundsätzlich sicherer, besser oder für jedes Projekt erforderlich ist |
Der Vergleich ist nur dann aussagekräftig, wenn auch die entsprechende Norm, die Spannung, das genaue Modell des Leistungsschalters und die Nennleistung bekannt sind.
Ein einzelner kA-Wert sollte nicht als vollständige Spezifikation des Leistungsschalters angesehen werden.
Was bedeutet die Auslösekapazität eines Leitungsschutzschalters?
Ein Kurzschluss kann einen Strom erzeugen, der weit über dem normalen Betriebsstrom eines Stromkreises liegt.
Ein Leistungsschalter muss daher mehr leisten, als nur vor gewöhnlichen Überlastzuständen zu schützen. Er muss auch in der Lage sein, einen Kurzschlussstrom innerhalb der Grenzen zu unterbrechen, für die er ausgelegt und geprüft wurde.
Für Miniatur-Leistungsschalter gemäß IEC/EN 60898-1, Technische Daten von ABB zu Kompaktleistungsschaltern beschreibt Icn als die vom Hersteller gemäß einem festgelegten Prüfablauf dem Leistungsschalter zugewiesene Nenn-Kurzschlussstromfestigkeit. Der Wert bezieht sich auf den zu erwartenden Kurzschlussstrom.
Aus diesem Grund unterscheidet sich die Schaltleistung vom Nennstrom. 6 A und 6 kA sind nicht dasselbe Nennwert: 6 A ist ein Nennstromwert; 6 kA (6.000 A) ist ein Kurzschluss-Ausschaltvermögen unter festgelegten Nennbedingungen. Überprüfen Sie beide Werte separat, wenn Sie Leitungsschutzschalter vergleichen.
Zum Beispiel:
- 32A beschreibt eine Nennstromstärke.
- C-Kurve beschreibt ein Auslöseverhalten.
- 10 kA Icn beschreibt die Nenn-Kurzschluss-Ausschaltleistung.
Sie beantworten unterschiedliche Fragen.
Informationen zum umfassenderen Auswahlverfahren, bei dem Strom, Pole, Auslösekurve und Schaltleistung gemeinsam berücksichtigt werden, finden Sie in der Leitfaden zur Auswahl von Wechselstrom-Leitungsschutzschaltern (MCB).
Was ist der voraussichtliche Kurzschlussstrom?
Der voraussichtliche Kurzschlussstrom ist der Strom, der an einem bestimmten Punkt in einem elektrischen System fließen könnte, wenn unter den festgelegten Bedingungen ein Kurzschluss auftreten würde.
Es handelt sich nicht einfach um den normalen Laststrom, multipliziert mit einem praktischen Faktor.
Der verfügbare Fehlerstrom hängt vom Stromnetz ab, das die Anlage versorgt, einschließlich Faktoren wie den Eigenschaften der Stromquelle und der Schaltungsimpedanz.
Bei der Auswahl von Leistungsschaltern gilt als wichtiger allgemeiner Grundsatz, dass das Unterbrechungsvermögen der Schutzvorrichtung für den zu erwartenden Kurzschlussstrom an ihrem Einbauort ausreichend sein muss. ABB erklärt ebenfalls, dass Kurzschlussschutzvorrichtungen unter Berücksichtigung des maximalen zu erwartenden Kurzschlussstroms am Anschlusspunkt ausgewählt werden müssen.
Dieser Artikel enthält keine Methode zur Berechnung des Fehlerstroms.
Diese Berechnung ist Teil der elektrischen Auslegung des eigentlichen Systems.
Warum 6 kA und 10 kA nicht allein anhand der Bezeichnung der Last ausgewählt werden können
Es kann verlockend sein, Abkürzungen wie die folgenden zu verwenden:
- 6 kA für Privathaushalte
- 10 kA für gewerbliche Zwecke
- 10 kA für den industriellen Einsatz
Diese Aussagen sind zu allgemein, um als verlässliche Auswahlkriterien zu dienen.
Die erforderliche Ausschaltleistung ergibt sich aus den zu erwartenden Fehlerbedingungen am Einbauort und den geltenden Projektanforderungen – und nicht einfach daraus, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohn-, Gewerbe- oder Industriegebäude handelt.
Zwei Anlagen mit ähnlicher Last können unterschiedliche voraussichtliche Kurzschlussströme aufweisen, da ihre Versorgungssysteme unterschiedlich sind.
Ebenso können verschiedene Punkte innerhalb desselben Verteilungsnetzes unterschiedliche Fehlerstrombedingungen aufweisen.
Die Anwendungskategorie allein bestimmt nicht die erforderliche kA-Nennleistung.
Was bedeutet „Icn“?
Bei Leitungsschutzschaltern gemäß IEC/EN 60898-1 bezieht sich Icn auf die Nennkurzschlussfestigkeit.
ABB definiert Icn als die Kurzschlussausschaltleistung, die dem Leistungsschalter gemäß der in der Norm festgelegten Prüfsequenz zugewiesen wird. Hager gibt an, dass der Icn-Wert des Leistungsschalters mindestens so groß sein sollte wie der zu erwartende Kurzschlussstrom am Einsatzort.
Wenn also ein Produkt ausdrücklich wie folgt veröffentlicht wird:
10 kA Icn
Diese Aussage ist präziser als einfach zu sagen:
10-kA-Leistungsschalter
da dadurch die Art der Kurzschlussfestigkeit angegeben wird, auf die Bezug genommen wird.
Dennoch spielen der Standard und die Spannung nach wie vor eine Rolle.
Was bedeutet „Ics“?
Ics bezeichnet die Kurzschluss-Ausschaltleistung der Anlage.
Gemäß IEC/EN 60898-1 sind „Icn“ und „Ics“ zwar miteinander verbunden, jedoch keine identischen Begriffe. ABB erläutert, dass die Norm unterschiedliche vorgeschriebene Prüfabläufe für die Nennkurzschlussleistung und die Betriebskurzschlussleistung vorsieht.
Diese Unterscheidung ist beim Lesen von Produktdaten von Bedeutung.
Beispielsweise enthalten die aktuellen RITOKS-Daten für RTSXD01 und RTSXD04 folgende Angaben:
- Icn: 10 kA
- Ics: 7,5 kA
Diese Zahlen sollten genau so beibehalten werden, wie sie veröffentlicht wurden.
Man sollte sie nicht auf die Behauptung vereinfachen, dass beide Werte dasselbe bedeuten.
Ebenso sollte dieser Artikel, wenn bei einem anderen RITOKS-Produkt lediglich 6 kA angegeben wird, ohne dass Icn oder Ics genannt werden, die fehlende Bezeichnung nicht erfinden.
ICN, ICS und ICU sind nicht austauschbar
Eine weitere häufige Quelle für Verwirrung ist der Vergleich von Kurzschlusswerten aus unterschiedlichen Normen, als handele es sich um dieselbe Nennleistung.
In der Norm IEC/EN 60898-1 wird für Miniatur-Leistungsschalter üblicherweise die Bezeichnung „Icn“ verwendet.
Die Norm IEC/EN 60947-2 verwendet Begriffe wie Icu, die Nenn-Spitzenschlussstrom-Schaltleistung, sowie Ics, die Nenn-Betriebsschlussstrom-Schaltleistung.
ABB weist darauf hin, dass die beiden Normen unterschiedliche Geltungsbereiche und Definitionen haben, sodass Ingenieure ermitteln müssen, welche Definition der Kurzschlusskapazität für die jeweilige Konstruktion gilt.
A Produktseite zu den MCB-Schaltern von Schneider Electric liefert ein anschauliches Beispiel aus der Praxis: Dasselbe Gerät kann gemäß IEC/EN 60898-1 einen Icn-Wert von 6000 A angeben, während es gemäß IEC/EN 60947-2 – je nach Spannung und Norm – einen anderen Wert für die Schaltleistung angibt.
Das bedeutet nicht, dass eine der beiden Zahlen falsch ist.
Das bedeutet, dass der Bewertungskontext ein anderer ist.
6 kA vs. 10 kA: Was ändert sich eigentlich?
Wenn zwei Nennwerte von Leistungsschaltern unter ansonsten gleichen Bedingungen verglichen werden, stellt 10 kA eine höhere Kurzschluss-Ausschaltleistung dar als 6 kA.
In der Praxis bedeutet die angegebene Nennleistung, dass dem Leistungsschalter unter den angegebenen Nennbedingungen eine höhere Kurzschlussunterbrechungsfähigkeit zugewiesen wurde.
Was ändert sich nicht automatisch?
- eine höhere Nennstromstärke
- mehr Masten
- eine andere B/C/D-Fahrcharakteristik
- besserer Überlastschutz
- höhere Produktqualität
- längere Lebensdauer
- bessere Selektivität
- Eignung für eine bestimmte Branche
Diese Parameter müssen unabhängig voneinander überprüft werden.

Ein 6-kA-Leistungsschalter ist kein Schalter “minderer Qualität”
Ein 6-kA-Leistungsschalter ist einem 10-kA-Leistungsschalter nicht automatisch unterlegen.
Wenn die Installationsanforderungen eine Ausschaltleistung vorsehen, die ein korrekt ausgelegtes 6-kA-Gerät erfüllt, sollte ein Wert von 10 kA nicht isoliert als Qualitätsverbesserung interpretiert werden.
Die Nennstromstärke in kA beschreibt eine bestimmte elektrische Leistungsfähigkeit.
Es handelt sich nicht um eine Produktklasse wie beispielsweise:
- Standard
- Premium
- professionell
Ebenso sollten Marketingbezeichnungen wie “Economic” oder “Pro” nicht als Ersatz für geprüfte technische Spezifikationen verwendet werden.
10 kA ist nicht automatisch die bessere Wahl
Eine höhere angegebene Ausschaltleistung kann erforderlich sein, wenn der zu erwartende Fehlerstrom dies erfordert.
Die Auswahl sollte jedoch nicht der folgenden Logik folgen:
Eine höhere Zahl = immer besser.
Die technische Frage lautet vielmehr:
Welche voraussichtlichen Kurzschlussströme und geltenden Anforderungen muss dieser Leistungsschalter sicher bewältigen?
Sobal diese Anforderung bekannt ist, können geeignete Leistungsschaltermodelle in die engere Wahl genommen werden.
Auch andere Parameter spielen weiterhin eine Rolle, darunter:
- Nennspannung
- aktuell
- Stangen
- Auslösekurve
- Angabe der Bruchfestigkeit
- geltende Norm
- Montage
- genaue Produktvariante
Aktuelle Optionen für die Bruchfestigkeit von RITOKS
Aktuell veröffentlichte RITOKS-AC-MCB-Daten in der Wechselstrom-Schutz und Miniatur-Leistungsschalter (MCB) Die Produktreihen umfassen verschiedene Nennbremsleistungen.
| RITOKS-Modell | Veröffentlichte Bruchlast | Anmerkungen |
|---|---|---|
| RTSXD01 | 10 kA Icn / 7,5 kA Ics | Explizite ICN- und ICS-Werte veröffentlicht |
| RTSXD03 | 6 kA | Icn/Ics-Bezeichnung nicht veröffentlicht |
| RTSXD02 | 6 kA | Icn/Ics-Bezeichnung nicht veröffentlicht |
| RTSXD04 | 10 kA Icn / 7,5 kA Ics | Explizite ICN- und ICS-Werte veröffentlicht |
| RTS-ACM60 | typischerweise 6 kA | Muss durch die genaue Variante bestätigt werden |
| RTS-AC47 | 1 kA | Icn/Ics-Bezeichnung nicht veröffentlicht |
Diese Tabelle enthält ausschließlich veröffentlichte Informationen zu den Modellreihen.
Das beweist nicht:
- der voraussichtliche Fehlerstrom in der Anlage des Käufers
- ein modellspezifischer Kurzschlussprüfbericht
- Abstimmung mit einer anderen Schutzeinrichtung
- SCCR eines vollständigen Panels
- universelle Eignung für jede Art von Anwendung
Bei welchen aktuellen RITOKS-Modellen sind 10 kA angegeben?
Zwei derzeit erhältliche RITOKS AC-MCB-Baureihen weisen ausdrücklich 10 kA Icn / 7,5 kA Ics auf:
RTSXD01
Die RTSXD01-Familie veröffentlicht:
- 230/400 V Wechselstrom
- 1–63 A
- verschiedene Polkonfigurationen
- Verfügbarkeit der B/C/D-Kurve
- 10 kA Icn
- 7,5 kA Ics
RTSXD04
Die RTSXD04-Familie veröffentlicht außerdem:
- 230/400 V Wechselstrom
- 1–63 A
- verschiedene Polkonfigurationen
- Verfügbarkeit der B/C/D-Kurve
- 10 kA Icn
- 7,5 kA Ics
Anhand dieser Nennwerte lassen sich diese Modelle hinsichtlich ihrer veröffentlichten Kurzschlussleistung vergleichen.
Damit wird die für die Anlage des Käufers erforderliche Nennleistung nicht festgelegt.
Bei welchen aktuellen RITOKS-Modellen sind 6 kA angegeben?
Auf der aktuellen Website werden 6 kA angegeben für:
RTSXD03
- 240 V Wechselstrom
- 1–32 A
- 1P+N
- 6 kA
RTSXD02
Die RTSXD02-Familie veröffentlicht:
- 240 V Wechselstrom
- 1–32 A
- 1P+N
- 6 kA
RTS-ACM60
Die RTS-ACM60-Produktfamilie veröffentlicht:
- 230/240 V Wechselstrom
- 6–63A
- 1P / 2P
- typischerweise 6 kA
Für RTS-ACM60 unterliegt der Wert ausdrücklich der Bestätigung der genauen Variante.
Dieser Vorbehalt sollte bei jeder Beschaffungsentscheidung berücksichtigt werden.
Wo ordnet sich Trip Curve in diesem Vergleich ein?
Die Auslösekurve und die Bremskraft sind separate Spezifikationen.
Ein Käufer könnte beispielsweise Folgendes benötigen:
- C-Kurve
- 32A
- 2P
- 10 kA
Jeder Punkt beschreibt etwas anderes.
Die Bezeichnung B/C/D bezieht sich auf die Auslösecharakteristik des Leistungsschalters, während die Kurzschlussfestigkeit in kA die Schaltleistung unter den angegebenen Nennbedingungen beschreibt.
Eine ausführliche Erläuterung der Reiseeigenschaften finden Sie unter MCBs mit B-Kurve, C-Kurve und D-Kurve: Was ist der Unterschied?
Leiten Sie aus der Auslösekurve keine Bremsleistung ab und aus der Bremsleistung keine Auslösekurve.
Ein sichereres Verfahren zur Auswahl der Bremsleistung
Ein technischer Beschaffungsprozess lässt sich einfach gestalten, ohne ihn zu einer Bemessungsberechnung für Fehlerströme zu machen.
1. Ermittlung der erforderlichen Kurzschlussfestigkeit
Verwenden Sie den elektrischen Entwurf des Projekts, die technischen Unterlagen oder die überprüften Daten zum voraussichtlichen Kurzschlussstrom.
Schätzen Sie den erforderlichen Wert nicht allein anhand des Gebäudetyps.
2. Bestätigen Sie die Norm und die Einstufung
Prüfen Sie, ob der erforderliche Wert wie folgt angegeben ist:
- Icn
- Ics
- Icu
- oder einen anderen relevanten Kurzschlussparameter
Gehen Sie nicht davon aus, dass diese Begriffe synonym sind.
3. Überprüfen Sie die Spannung
Das Kurzschlussverhalten kann mit der Nennbetriebsspannung in Zusammenhang gebracht werden.
Die Spannungsbedingungen sollten daher zusammen mit dem kA-Wert überprüft werden.
4. Das exakte Produkt finden
Überprüfen:
- genaues Modell
- Spannung
- aktuell
- Stangen
- Auslösekurve
- Bruchfestigkeit
- geltende Norm
- Variante
5. Fordern Sie bei Bedarf technische Unterlagen an
Falls für das Projekt eine formelle technische Überprüfung erforderlich ist, fordern Sie bitte die genaue Produktdokumentation an, anstatt sich allein auf eine Zusammenfassung auf der Marketing-Seite zu verlassen.

Häufige Fehler bei 6-kA- und 10-kA-MCB-Schaltern
“6 kA gilt für den privaten Bereich und 10 kA für den industriellen Bereich”
Das ist zu allgemein.
Die richtige Schaltleistung hängt von den zu erwartenden Fehlerbedingungen und den geltenden Projektanforderungen ab.
“10 kA sind sicherer als 6 kA”
Ein höherer Bremsleistungswert ist kein allgemeingültiges Sicherheitskriterium.
Die entscheidende Frage ist, ob die Nennleistung des Leistungsschalters den tatsächlichen Anforderungen der Anlage entspricht.
Vergleich ausschließlich anhand der kA-Zahl
Ein Wert für die Bruchfestigkeit sollte im Zusammenhang mit folgenden Angaben betrachtet werden:
- Standard
- Spannung
- Bewertungsbezeichnung
- genaues Produkt
Icn und Ics als identisch behandeln
Es handelt sich um verschiedene standardisierte Konzepte zur Kurzschlussleistung.
Unter der Annahme, dass die SCCR-Leistung der Schalttafel der Ausschaltleistung des MCB entspricht
Man sollte die Kurzschlussfestigkeit eines einzelnen Leistungsschalters nicht automatisch mit der Kurzschlussstromfestigkeit einer gesamten Baugruppe gleichsetzen.
Für die Nennwerte von Systemen und Baugruppen gelten eigene Anforderungen.
Verwendung der Produktseite zur Berechnung des Fehlerstroms
Auf einer Produktseite erfahren Sie, welche Funktionen der Leistungsschalter laut Herstellerangaben bietet.
Es kann den voraussichtlichen Kurzschlussstrom in Ihrer Anlage nicht ermitteln.
Was sollten Einkäufer in eine MCB-Anfrage aufnehmen?
Um eine klarere Anfrage zur Beschaffung von MCBs zu stellen, geben Sie bitte Folgendes an:
- Netzspannung
- erforderliche Nennstromstärke
- Polkonfiguration
- erforderliche Fahrkurve
- erforderliche Brechleistung
- geltende Norm, sofern angegeben
- erforderliche ICN-/ICS- oder sonstige Klassifizierungsbezeichnung, sofern angegeben
- Menge
- Anwendung
- erforderliche technische Unterlagen
Falls die genau erforderliche Kurzschlussfestigkeit noch nicht festgelegt wurde, sollte diese Anforderung im Rahmen der elektrischen Auslegung geklärt werden, bevor die endgültige Auswahl allein auf der Grundlage der Produktverfügbarkeit getroffen wird.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem 6-kA- und einem 10-kA-MCB?
Der Unterschied liegt in der angegebenen Kurzschluss-Schaltleistung unter den geltenden Nennbedingungen. Eine Nennleistung von 10 kA entspricht einer höheren Schaltleistung als 6 kA, sofern die sonstigen Vergleichsbedingungen gleich sind.
Sind 10 kA besser als 6 kA?
Nicht automatisch. 10 kA bieten eine höhere Nennschaltleistung, doch die genaue Anforderung hängt vom zu erwartenden Kurzschlussstrom und den geltenden Projektspezifikationen ab.
Was bedeutet „Icn“ auf einem MCB?
Gemäß IEC/EN 60898-1 bezeichnet „Icn“ die Nennkurzschlussfestigkeit. Der Wert ist im Hinblick auf den zu erwartenden Kurzschlussstrom am Einsatzort zu berücksichtigen.
Was ist ICS?
Ics ist das in der entsprechenden Norm definierte Konzept für die Kurzschluss-Ausschaltleistung. Es handelt sich dabei nicht einfach um eine andere Bezeichnung für Icn.
Löst ein 10-kA-Leitungsschutzschalter schneller aus als ein 6-kA-Leitungsschutzschalter?
Die Nennschaltleistung in kA allein gibt keine Antwort auf diese Frage. Das Auslöseverhalten muss anhand der Auslösekennlinie und der Zeit-Strom-Daten des Leistungsschalters bewertet werden und darf nicht aus dem Wert der Nennschaltleistung abgeleitet werden.
Bietet RITOKS sowohl 6-kA- als auch 10-kA-Leitungsschutzschalter an?
Ja. Zu den derzeit veröffentlichten Produktfamilien gehören 6-kA-Varianten wie RTSXD02 und RTSXD03 sowie 10-kA-Icn-/7,5-kA-Ics-Varianten wie RTSXD01 und RTSXD04. Für den RTS-ACM60 wird 6 kA als typischer Wert angegeben, vorbehaltlich der Bestätigung durch die jeweilige Variante.
Benötigen Sie Hilfe beim Vergleich verschiedener AC-MCB-Modelle?
RITOKS bringt Serien von AC-Miniatur-Leistungsschaltern mit folgenden Unterschieden auf den Markt:
- Stromstärken
- Polkonfigurationen
- Verfügbarkeit der B/C/D-Kurve
- Nennbremsleistungen
- Befestigungsarten
Verwenden Sie ein Checkliste für die Angebotsanfrage zu AC-MCB und RFQ die erforderlichen elektrischen Parameter sowie etwaige projektspezifische Kurzschlussanforderungen anzugeben.
Das Ziel besteht nicht einfach darin, den Leistungsschalter mit dem höchsten kA-Wert auszuwählen, sondern die geforderten Spezifikationen mit einer bewährten Produktkonfiguration abzustimmen.

